VDA Band "Produktentstehung - Reifegradabsicherung in der Lieferkette"

Die Verbesserung der Qualität bei Neuanläufen und die Reduktion von Gewährleistungskosten sind die Zielsetzungen der Reifegradabsicherung. Zu dieser bei den OEMs hoch aufgehängten Methodik erschien im November 2006 der Band "Produktentstehung - Reifegradabsicherung in der Lieferkette" beim VDA. Durchgeführte Pilotprojekte bei Daimler Benz, VW und BMW sind viel versprechend verlaufen und nun erfolgt die Implementierung in der Breite. Die Erkenntnisse fließen in das Schulungsprogramm des VDA-QMC ein, das Ende des Sommers 2007 gestartet wurde und die Implementierung wirkungsvoll unterstützen soll. Zielsetzung ist, Projektleiter auszubilden, die die Methodik in der Lieferkette einführen können.

Mit Hilfe der Methode werden zunächst "reifegradkritische Lieferumfänge" ermittelt, das sind Fahrzeugkomponenten, die ein hohes Risikopotential beinhalten, z. B. Einsatz innovativer Technologien, neuer Lieferanten, hohe Komplexität etc. Die Entwicklung dieser Fahrzeugkomponenten wird mit Hilfe zahlreicher Kriterien überwacht. Dazu werden für verschiedene Phasen der Entwicklung Reifegradstufen definiert, innerhalb derer die Entwicklungsreife anhand der Kriterien bewertet wird. Die Messung des Fortschrittes erfolgt mit einem einfachen Ampelsystem.

Die Bewertung wird an einem "runden Tisch" vorgenommen, der mit verschiedenen Fachkompetenzen sowohl des Kunden als auch des Lieferanten besetzt ist. Dadurch sollen Probleme im Projekt frühzeitig identifiziert und verhindert bzw. gelöst werden.

Die Pilotprojekte haben zu messbarem Erfolg geführt, und zwar einerseits zu verbesserten Ergebnissen bei der Erstbemusterung, andererseits zu deutlichen Reduzierungen der Gewährleistungskosten gegenüber den jeweiligen Vorgängermodellen. Informationen zu den Schulungen gibt es beim VDA-QMC unter http://vdaqmc.de/index.php?id=195

Michael Cassel Qualitätsbrief, April 2008

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